Geld ist Erleuchtung

Der ZEN-Weg der Geldvermehrung [C.D. Grube]

Geld-Einwand 5: Warum anstrengen in Zeiten des Niedergangs?

- Die Ökonomie geht eh den Bach runter. Warum soll ich jetzt etwas anhäufen, was in wenigen Jahren nichts mehr wert ist?

Tja, das ist ein berechtigter Einwand. Ich habe zwar am Wochenende „The Social Network“ gesehen und wie Mark Zuckerberg mit der richtigen Idee zur rechten Zeit (und einer gesunden Portion Kompromisslosigkeit) Milliardär wurde, aber die Zeiten sind natürlich nicht einfach. Es ist keine Aufbruchstimmung sondern eher eine „Rette sich wer kann“ Stimmung.

In Deutschland gab es im 20.Jahrhundert zwei Hyper-Inflationen mit Währungsreformen. Viele Menschen verloren ihr Erspartes. Aber im Großen und Ganzen waren die gleichen Leute vor und nach diesen Reformen gesellschaftlich „oben“ und „reich“. Warum? Nun, weil der Reichtum (oder besser: der intelligente Reichtum) nicht aus Zahlen in einem Sparbuch besteht. Reichtum ist vor allem: Kreditwürdigkeit, Bonität! Wer ist kreditwürdig? Derjenige der Sicherheiten hat, also der Eigentümer von Land und Produktionsstätten. Derjenigen, der als Investition interessant ist, weil er oder sie Knowhow und Ideen hat. Derjenige, der gut vernetzt ist und Beziehungen hat, Macht.

Wir sollten uns also jetzt anstrengen unseren Wohlstand zu vermehren um ihn rechtzeitig umzumünzen in Werte, die auch in Währungskrisen Bestand haben. Wir sollten nicht wie die Kaninchen vor der Schlange des Staatsbankrotts hocken, sondern vielmehr die Gelegenheit beim Schopfe ergreifen. Denn nichts bietet so gute Chancen wie allgemeine Krisen. Wer am Tiefst kauft und sich gegen die allgemeine Panik stemmt, ist kurze Zeit später der Gewinner mit dem besten Einstieg in den nun wieder steigenden Markt. Also: kühler bewusster Geist. Womit können Sie jetzt innerhalb eines Jahres eine Million machen um diese in Land und Produktionsstätten und Netzwerke und und und umzuwandeln?

Und wenn ich schon verschuldet bin? Dann ist der Staatsbankrott eine große Chance, die ganze Last loszuwerden und neu anzufangen. Jetzt ist die Zeit, sich der eigenen Ressourcen zu erinnern und Produkte herzustellen und vorzubereiten.

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4 KommentareAntworten →

  1. Da ich aus Neugier noch mal hier rein schaute, Claus David, genehmige ich mir doch noch mal einen heftigen Einspruch:
    Du schreibst:
    “Reichtum ist vor allem: Kreditwürdigkeit, Bonität! Wer ist kreditwürdig? Derjenige der Sicherheiten hat, also der Eigentümer von Land und Produktionsstätten.”
    Das ist eine absolut veraltete Weltsicht, fürchte ich. Hast Du schon mal in einem Haus gewohnt, das zwar fast neu, aber in wenigen Jahren so gut wie nichts mehr wert war? Ist Dir so was Ähnliches schon mal mit einem Grundstück geschehen? Innerhalb der letzten zehn Jahre ist es aber Unzähligen geschehen!!! Der angebliche Wert des Eigentums ist psychologisch gemacht, konstruiert. In Zukunft wird er immer relativer werden, vielleicht sogar völlig bedeutungslos.
    Ein Teil der Bankenblase wurde ja dadurch verursacht, dass die Geldmagnaten dachten, Eigentum werde immer mehr an Wert zunehmen. So wie es eben früher war! Aber wir haben nicht mehr früher, wir haben heute!
    Eigentum ist nur immer so viel wert, wie ihm von denen, die damit umgehen oder zu tun haben, g e g e b e n wird. Es liegt im Ermessen der im Augenblick Mächtigen, wieviel Wert dem Eigentum zugemessen wird, einesteils, und am Verlauf der allgemeinen Geldströme andererseits.
    In Zukunft wird mehr und mehr erkannt werden, dass Eigentum – besonders immobiles – für einen, der auf der Welt frei agieren möchte – eine Belastung darstellt; schließlich b i n d e t es. Der Wert der F r e i h e i t wird aber unbedingt wachsen.
    Auch hier wieder: Der gesamte Ansatz der Geldflüsse m u s s umstrukturiert werden, und zwar vollständig und an allen Ecken und Enden, sonst ist die Katastrophe unausbleiblich.
    Es gibt keinen ä u ß e r e n Wert, der in einer kommenden Wirtschaftskrise Bestand hätte, wahrscheinlich nicht mal Gold. S i c h e r h e i t kann nur in mir selbst sein und in meinem Vertrauen in das Leben als Prozess. Der allerdings nichts mehr in ausgetretenen Gleisen verlaufen wird…

  2. Kaputte Volkswirtschaft, Staatsverschuldung etc.. Davon verstehe ich nichts und v.a. ich kann es nicht ändern. Was ich ändern kann ist mein Anlageverhalten und da versuche ich es für mich so einfach wie möglich zu halten. So:

    http://www.buuss.de/stiftung/download/Geldanlage_einfach.pdf

  3. Hallo Andreas Buchwald,

    “absolut veraltete Weltsicht”, so werde ich nicht gern abqualifiziert, vor allem nicht von jemand der nicht den Überblick über die Weltsichten und deren Aktualität hat.

    Ich sollte vorab evtl. einige Begrifflichkeiten klären. Meine Weltsicht in diesen Fragen beruht zu einem gewissen Teil auf “Eigentum, Zins und Geld” der Professoren Gunnar Heinsohn und Otto Steiger (leider verstorben). (Und wieder danke ich Wolfgang Theil, der mich damals auf dieses Werk freundlicherweise hinwies). Gunnar Heinsohn hat einige intelligente Essays zur Weltwirtschaft und zur Demographie in FAZ, Tagesspiegel und wo noch in letzter Zeit gehabt, sehr lesenswert und herausragend intelligent. Wirtschaftstheorien interessieren mich nur insofern als sie der Realität entsprechende Analysen und Prognosen abgeben. Alles marxistische (und alles esoterische in Bezug auf Ökonomie sowieso) ist damit schon mal desavouiert: Man kann nix damit prognostizieren, man kann noch nicht einmal eine auch nur annährend funktionierende Ökonomie gestalten.

    “Eigentum” wird von Heinsohn/Steiger von “Besitz” abgegrenzt. Eigentum ist das, was man als Sicherheit für Kredit und damit für Geld verpfänden (und dennoch weiter benutzen) kann. Ich habe mich erst gegen die Theorie gesträubt, aber sie erklärt eigentlich vieles. “Geld als Tauschmittel” ist jedenfalls unzutreffend.

    Sicherheiten für Kredit, also Eigentum. Das ist in einer fortgeschrittenen Gesellschaft gesetzlich und vertraglich geregelt. Wofür gibt es Kredit? Der Wert von Grundbesitz ist nicht fiktiv. Er wird von einem Markt, Angebot und Nachfrage, bestimmt. Das, was die Geschäftsbank bereit ist als Hypothek zu geben, ist der faktische Wert. Das ist keine Psychologie, sondern das, was die Bank annimmt, bei Fälligkeit des Pfands dafür bekommen zu können. Märkte und damit Werte sind nicht fix und nicht ewig wachsend. Als Menschen neigen wir dazu den Wert nach dem kürzlich zurück liegenden Wert zu bewerten. In Zeiten des Booms sind die Werte aber überzogen und sollten nicht wie in den Spekulationsblasen unserer Zeit für weitere Kredite genutzt werden.

    Dasselbe gilt für die Zeit, wenn die Spekulatiosnblase platzt. Der Niedrigst-Preis ist vorübergehend und von der Panik der Käufer bestimmt. Die Ursache für die Übertreibungen an diesen Märkten ist eine weltweite Überliquidität, bedingt durch eine Überschuldung (besonders der Staaten).

    Freiheit ohne Eigentum ist gar nichts. Drauf gibt es nur Almosen, aber keinen Kredit. Die Bindung an das Eigentum und die damit verbundene Ehrbarkeit, Kreditwürdigkeit ist die bürgerliche Freiheit (deshalb heißen die Weltsichten, welche die Rechte des bürgerlichen Eigentümers als höchstes Gut annehmen: Liberal oder Libertinär). Die Freiheit braucht feste Füße auf dem Grund und Boden, sonst fliegt und träumt man sich ins Nichts. (Dasselbe gilt übrigens auch in der Spiritualität. Wer ohne Grounding zu viel meditiert ist in echter Gefahr. )

    “Geldfluss umstrukturieren.” Und schon sind wieder die Funktionäre, die Doktrinierer, die, welche bestimmen, was “Freiheit” ist und das dann per Zwang durchdrücken müssen, am Werk. Es gibt keine “gute” DDR. Und eine DDR der Gutmenschen und Vergeistigten wird keinen Deut besser als die der marxistischen Spießer.

    Es hat viele Krisen gegeben. Warum waren dieselben Leute vorher und nachher die Besitzenden und Reichen? (und warum sind solche Krisen heilsam, siehe BRD und das “Wirtschaftswunder”"?) Weil es Werte gibt, die immer gelten (zumal so lange wie das Gesetz und die Vertragstreue über Eigentum nicht angegriffen werden): Eigentum an Land und Produktionsmittel.

    “Sicherheit” ist hier als verpfändetes Eigentum zur Kreditaufnahme gemeint. Sicherheit in einem selbst ist davon ja nicht weit weg. Es gbit auch Kreidt für Geschäftsideen, sofern sie auf nachweisbarer Qualifikation und Fähigkeiten beruhen und das kann auch eine Fähigkleit des Verkaufen und Visionen-bauen sein, es gibt auch Kredit für am Markt verwertbares künstlerisches Talent. Aber es ist unbedingt wichtig, dass es als Sicherheit in echter Marktwirklichkeit taugt.

    Ich denke nicht, dass sich viel ändern muss. Ich habe mal keinen Kredit bekommen, ich habe meine Kreditwürdigkeit arg strapaziert. Das Feedback des den Kopf schüttelnden Bankiers ist absolut wichtig anzunehmen. Nur wenn ich lerne mein Business und meine Lebensgrundlage so aufzubauen, dass es Bestand hat, dass es Gewinn abwirft, dass ein Banker im Falle eine Falles es so verflüssigen kann, dass sein Risiko ausgeglichen ist, habe ich die Freiheit auf festen Grund zu wachsen und zu gedeihen.

    Wenn der Libaralismus oder das Libertinäre veraltet wirken, dann nur wegen der Propaganda des absterbenden Staatsglaubens. Gerade deshalb halte ich es für wichtig die wirkliche Freiheit des Bürgers, welche auf dem Eigentum und der Befähigung als Kaufmann oder Handwerker beruhen, hoch zu halten. Gerne zurück zu Amerikanischer Verfassung von 1789.

  4. Danke Bertram Schaier, nachdem ich mir die Wbseite angeschaut habe, habe ich das Posting hier gern freigeschaltet. Sie scheinen mir einen interessanten Ansatz zu etablieren. Ich würde gern mehr darüber erfahren. Claus David Grube

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