Nun, erst einmal ist die Welt nicht gut oder schlecht. Sie existiert einfach. Unsere Bewertungen trennen uns von der Welt. Wir versuchen ein wenig überlegen zu sein, indem wir bewerten. Die Quelle für diesen Zwang zum Bewerten ist unsere Persönlichkeit, unsere gestörte Persönlichkeit, die spirituellen Meister nennen es „unser Ego“. Das Ego ist voller Hilflosigkeit und Minderwertigkeitsgefühl. Die Droge des Egos heißt Bewerten, dann fühlen wir uns ein wenig pseudo-überlegen und sind beruhigt. Aber wir sind es nicht.
Wenn wir die Welt nicht bewerten und sie einfach ist, ist sie ein Erfahrungsumgebung für verschiedene Menschen. Ist es nicht erstaunlich wie viele unterschiedliche Möglichkeiten der Erfahrungswelt es auf diesem Planeten zu geben scheint? Die einen schwelgen in Luxus, die anderen darben im Elend. Wir sind so erzogen, dass wir uns eher mit den Darbenden identifizieren und diesen helfen wollen. Würde es ihnen nicht besser gehen, wenn es nicht diese Ausbeuter gäbe?
Es ist sicherlich richtig, dass es sinnvoll ist eine gerechtere und effektivere Wirtschaftsordnung zu entwickeln. Und es könnte auch sein, dass die Erde ohne den Menschen paradiesischer wäre. Aber letztendlich ist sie eine Erfahrungsumgebung für Bewusstseine. Und einige wollen die Erfahrung von Entbehrung machen. Warum wollen sie das? Weil es eine Erfahrung ist.
Eine Entwicklung der Seele geht über viele Leben. Wir müssen Erfahrungen von Leid und Schmerz machen. Wie würden wir sonst Mitgefühl erlernen? Nur, wer gelitten hat, leidet potenziell mit.
Die Geld-Welt ist in einer ebensolchen Entwicklung. Am Ende wird die Erde eventuell paradiesisch sein. Aber dahin ist noch ein langer Weg. In den fast sechzig Jahren, die ich hier in dem Körper-Geist lebe, hat sich vieles getan. Die Informiertheit ist gestiegen. Die Bipolare Welt wurde unipolar und nun wird sie multipolar.
Eventuell steht mal wieder eine Revolution an. Herrschende und Reiche müssen lernen, dass es besser ist, milde Gaben zu verteilen als Leute wirklich sauer werden zu lassen. Ich sehe nur ein Problem: Es fehlt die Richtung. Wie sähe eine bessere Wirtschaftsordnung aus? Eine sozialistische Planwirtschaft ist offensichtlich keine effektive Idee. „Soziale Marktwirtschaft“, eigentlich ganz gut. Aber sagt der Begriff wirklich etwas aus? Das wesentliche sind wohl die Eigentumsrechte. Die sollten gerecht und gesichert sein.
Offene Fragen: Warum entsteht ein Ego? Liegt es am Geld? Darüber am Wochenende mehr.
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